Die Normenlage

In diesem Kapitel möchten wir einen kurzen Überblick geben, welche aktuell gültigen Normen und Richtlinien in Deutschland in Zusammenhang mit der Prüfung von kraftbetätigten Türen und Toren stehen. Die wichtigsten Eckpunkte dieser Reglementierungen im Bezug auf Schließkraftmessung wollen wir dabei kurz umreißen. Unten auf der Seite finden Sie weiterführende Links zu Bezugsquellen der Normen und Arbeitsstättenregeln.


Normen


Folgende Normen definieren europaweite Standards für kraftbetätigte Tore:


Für kraftbetätigte Türen gelten die folgenden Normen:


 

Darüber hinaus gilt für alle gewerblich genutzten Tür- und Toranlagen in Deutschland die deutsche Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV), die durch die folgenden Regelwerte bindend konkretisiert wird:


DGUV Information 208-022
Quelle: DGUV

 

Ergänzende Informationen zu diesen Regeln werden durch die folgenden Berufsgenossenschaftlichen Informationen für Sicherheit gegeben:



 

Schließkraftmessung nach DIN EN 12445, 12453 und DIN 18650 bzw. DIN EN 16005

Anforderungen an das Messgerät:

Die gültigen Normen geben neben verschiedenster Anforderungen an Tore, Türen, Antriebe und Steuerungen konkrete Vorgaben, wie ein normkonformes Schließkraftmessgerät beschaffen sein muss. Folgende Anforderungen im Bezug auf die technische Spezifikation des Messgerätes werden definiert. (vgl. DIN 18650-1, 6.2.2)


Im Bezug auf Messwertaufnahme, -auswertung und -anzeige werden folgende Vorgaben formuliert.


Anforderungen an die Messung:


Kraft-Zeit-Diagramm
vgl. FABE-Artikel (Bild 1)

Sowohl für kraftbetätigte Türen als auch Tore wird in den Normen gefordert, dass ein Schließkraftmessgerät intern eine fünfsekündige Kraft-Zeit-Kurve aufzeichnet und auswertet. Dabei wird die konkrete Definition der auszuwertenden Parameter an einem exemplarischen Kraftverlauf, der beim Auftreffen der Schließkante auf die Messfläche des Gerätes entsteht (siehe Abbildung). Dabei wird zwischen einem dynamischen und einem statischen Kraftbereich unterschieden.

Für diese Parameter werden in Abhängigkeit von Tor-/Türtyp und Öffnungsweite zulässige Maximalwerte spezifiziert. Daraus werden die für die Durchführung der Kraftprüfung relevanten Messpunkte abgeleitet.

Die konkrete Messdurchführung unter Berücksichtigung des Anlagentyps ist Gegenstand von Sachkundigen-Schulungen. Im Bereich Schulungen haben wir einige Termine zusammengestellt. Mehr zur Durchführung von Schließkraftmessungen speziell mit unseren Geräten erfahren Sie im Abschnitt Messung.

Schließkraftmessung nach ASR A 1.7

Die für gewerblich genutzte Tür- und Toranlagen in Deutschland gültige Arbeitsstättenregel ASR A 1.7 formuliert im Bezug auf die sicherheitstechnische Prüfung:

»Kraftbetätigte Türen und Tore müssen nach den Vorgaben des Herstellers vor der ersten Inbetriebnahme, nach wesentlichen Änderungen sowie wiederkehrend sachgerecht auf ihren sicheren Zustand geprüft werden. Die wiederkehrende Prüfung sollte mindestens einmal jährlich erfolgen. Die Ergebnisse der sicherheitstechnischen Prüfung sind aufzuzeichnen und in der Arbeitsstätte aufzubewahren.«
(ASR A 1.7, Abschnitt 10.2-1)

Zur konkreten Durchführung der Prüfung lautet es:

»Die sicherheitstechnische Prüfung von kraftbetätigten Türen und Toren darf nur durch Sachkundige durchgeführt werden, die die Funktionstüchtigkeit der Schutzeinrichtungen beurteilen und mit geeigneter Messtechnik, die z. B. den zeitlichen Kraftverlauf an Schließkanten nachweist, überprüfen können.«
(ASR A 1.7, Abschnitt 10.2-2)

Im Bezug auf den Gültigkeitsbereich dieser Anforderungen werden keine Einschränkungen in Form eines Bestandsschutzes wie etwa in EN 13241 getroffen.

Insofern lässt sich zusammenfassen, dass jeder Betreiber gewerblich genutzter, kraftbetätigter Tür- und Toranlagen zur Befolgung der ASR A 1.7 für ausnahmslos jede Anlage eine jährliche, sicherheitstechnische Prüfung mit Schließkraftmessung von einem Sachkundigen durchführen und dokumentieren lassen muss.

Links zum Thema:
Quelle: www.kmg-lite.de
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